Allgemeine Informationen


BERUFSBILDENDE HÖHERE SCHULEN

In einer berufsbildenden höheren Schule, die 5 Jahre dauert, werden höhere berufliche Qualifikationen und vertiefte Allgemeinbildung vermittelt. Sie endet mit der Reife- und Diplomprüfung.


BERUFSBILDENDE MITTLERE SCHULEN

In einer berufsbildenden mittleren Schule (oder Fachschule) werden berufliche Qualifikationen und Allgemeinbildung vermittelt. Sie dauert 3 oder 4 Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung.

Es gibt auch 1- und 2-jährige Fachschulen sowie Sonderformen und spezielle Lehrgänge.


WARUM EINE BERUFSBILDENDE SCHULE?

Egal ob du dich für eine Lehre entscheidest oder eine kürzere oder längere schulische Ausbildung überlegst: In einer berufsbildenden Schule lernst du Theorie und Praxis des gewählten Ausbildungs-/Berufsbereichs, du erhältst aber auch umfassende Allgemeinbildung. Sofort nach dem Ende vieler Ausbildungen kannst du das erworbene Wissen praktisch anwenden. Die berufsbildenden Schulen ermöglichen den direkten Einstieg ins Berufsleben.

Du erwirbst mit der berufsbildenden höheren Schule den allgemeinen Hochschulzugang sowie – je nach Ausbildungstyp – bestimmte berufliche Qualifikationen und Berechtigungen (Doppelqualifikation). Außerdem erhältst du eine prima Voraussetzung zur beruflichen Selbstständigkeit. Berufsbildende Schulen bilden die optimale Basis für ein erfolgreiches Berufsleben und bieten die beste Voraussetzung zur Gründung eines Unternehmens.


Der große Vorteil bei der 5-jährigen Ausbildung ist auch die EU-Anerkennung:

Mit der Richtlinie RL 2013/55/EU zur Änderung der RL 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen kommt es zu einer deutlichen Vereinfachung der Anerkennung von Berufsqualifikationen und zur Steigerung der Mobilität sowie zu einer weiteren Straffung und damit erhöhten Transparenz der Vorschriften für die Anerkennung beruflicher Qualifikationen.
Nach wie vor gibt es die Niveaus a, b, c, d und e. Der Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule entspricht dem Niveau b, der Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule dem Niveau c, wobei gemäß der neuen Richtlinie (Artikel 11 Buchstabe c Ziffer ii) das Niveau c am Reife- und Diplomprüfungszeugnis einer berufsbildenden höheren Schule vermerkt sein muss.

Nach Artikel 13 Absatz 2 erkennt der Aufnahmemitgliedstaat die Bescheinigung an, durch die der Herkunftsmitgliedstaat bestätigt, dass die in Artikel 11 Buchstabe c Ziffer ii genannte Ausbildung dem in Artikel 11 Buchstabe c Ziffer i vorgesehenen Niveau gleichwertig ist.

Österreichische Abschlüsse einer berufsbildenden höheren Schule werden nach Artikel 13 der Richtlinie auch in jenen Mitgliedstaaten anerkannt, die für den betreffenden Beruf eine Ausbildung auf dem Niveau e (postsekundäre Ausbildung von mindestens vier Jahren) vorsehen. Dies stellt eine Verbesserung für Inhaber von Abschlüssen einer berufsbildenden höheren Schule dar, die nach der bisherigen Rechtslage (Artikel 13 Absatz 3 der Richtlinie 2005/36/EG) nur einen Anspruch auf Anerkennung haben, wenn im Aufnahmestaat eine Hochschul- oder Universitätsausbildung von vier Jahren verlangt wird, nicht aber bei einer Ausbildung die länger als vier Jahre dauert.

Wie bisher kann der Aufnahmestaat – im Falle von wesentlichen Unterschieden in der Ausbildung – Ausgleichsmaßnahmen setzen (Anpassungslehrgang oder Eignungsprüfung).

Wie die Richtlinie ausdrücklich klarstellt, eröffnet dieser Ausbildungsabschluss den Zugang zu einem reglementierten Beruf in einem anderen Mitgliedstaat, der für den Berufszugang den erfolgreichen Abschluss einer Hochschul- oder Universitätsausbildung von (bis zu) vier Jahren verlangt. Die Richtlinie eröffnet somit den Berufszugang, regelt aber keine Gleichhaltung von akademischen Graden.

 

Im Wortlaut (Berechtigung Zeugnis der BHS):
Die mit diesem Zeugnis abgeschlossene Ausbildung ist ein reglementierter Ausbildungsgang gemäß Artikel 11 Buchstabe c Ziffer ii der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2013/55/EU. Das Ausbildungsniveau entspricht Artikel 11 Buchstabe c der Richtlinie.


Richtlinie 2013/36/EG