1/24/2022

Berufsschulen

Jugendliche, die einen Lehrvertrag mit einem Betrieb oder einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, sind verpflichtet, die Berufsschule zu besuchen. Diese Art der Berufsausbildung wird als duales Berufsausbildungssystem (duales System) bezeichnet, da die Bildungsaufgaben auf zwei Träger verteilt sind: Betrieb oder überbetriebliche Einrichtung und Berufsschule. Wo und welche Berufsschule hängt vom gewählten Lehrberuf ab.


Berufsbereiche Die Berufsschulen umfassen so viele Schuljahre, wie es der Dauer des Lehrverhältnisses entspricht. Je nach Lehrberuf beträgt die Zeit der Ausbildung 2 bis 4 Jahre, in der Regel jedoch 3 Jahre. Zurzeit gibt es über 200 anerkannte Lehrberufe, die folgende Lehrberufsgruppen umfassen:

  • Bauwesen
  • Büro, Verwaltung, Organisation
  • Chemie
  • Druck, Foto, Grafik, Papierverarbeitung
  • Elektrotechnik, Elektronik
  • Gastronomie
  • Gesundheit und Körperpflege
  • Handel
  • Holz, Glas, Ton
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Lebens- und Genussmittel
  • Metalltechnik und Maschinenbau
  • Textil, Mode, Leder
  • Tiere und Pflanzen
  • Transport und Lager

Organisationsformen der Berufsschule

  • ganzjährig: d.h. mindestens einmal wöchentlich an einem Tag oder
  • lehrgangsmäßig: d.h. mindestens 8 Wochen hindurch oder
  • saisonmäßig: d.h. auf eine bestimmte Jahreszeit geblockt.

Nach Beendigung der Lehrzeit kann die Lehrabschlussprüfung abgelegt werden. Hierbei wird festgestellt, ob sich der Lehrling die im Lehrberuf erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse angeeignet hat und in der Lage ist, die dem Lehrberuf spezifischen Tätigkeiten selbst fachgerecht auszuführen. Die Lehrabschlussprüfung gliedert sich in eine praktische und eine theoretische Prüfung und besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

Nach der erfolgreich abgelegten Lehrabschlussprüfungergeben sich Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung:

  • Meisterprüfung und Befähigungsnachweisprüfungen;
  • Zugang zur weiterführenden Bildung über Berufsreifeprüfung bzw. Studienberechtigungsprüfung als Voraussetzung für ein Studium an Hochschulen, Universitäten, Fachhochschulen und Kollegs.

Durch die große Bandbreite an Qualifikationsmöglichkeiten – von der Teilqualifizierung bis hin zu High-Tech-Berufen und Berufsreifeprüfung – eröffnet die Lehrlingsausbildung alle Qualifikationschancen, die der österreichische Ausbildungsmarkt bietet. Ob mit oder ohne Reifeprüfung, die duale Ausbildung ist flexibel an die unterschiedlichen Begabungen und Bedürfnisse angepasst. Jugendliche, die mit einer Reifeprüfung eine Lehre beginnen, erhalten eine Verkürzung der Lehrzeit und haben nach erfolgreichem Abschluss der Lehrabschlussprüfung gute Jobchancen.

Individuelle Berufsausbildung Für Jugendliche mit sozialen, begabungsmäßigen oder körperlichen Benachteiligungen gibt es die individuelle Berufsausbildung, sie wird sowohl als Lehrausbildung mit einer verlängerten Lehrzeit als auch als Berufsausbildung angeboten, die eine Teilqualifikation vermittelt. Durch die Möglichkeit einer maßgeschneiderten Ausbildung kann sowohl im Betrieb, in besonderen selbstständigen Ausbildungseinrichtungen, als auch an Berufsschulen ganz gezielt auf die individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und individuellen Bedürfnisse eingegangen werden.


Lehrpläne Berufsschulen