Pflichtpraktikum


Schüler/innen der meisten berufsbildenden höheren und mancher berufsbildenden mittleren Schulen müssen einmal oder mehrmals während der Sommerferien ein bezahltes Pflichtpraktikum in einschlägigen Betrieben ablegen. In manchen Fällen ist zu diesem Zweck des Unterrichtsjahr etwas verkürzt (z.B. Schulen für Tourismus). Die Ziele eines Pflichtpraktikums sind:

  • Anwendung und Umsetzung des schulisch erworbenen Wissens in der Praxis (nicht zuletzt auch, um die Motivation für den fachtheoretischen Unterricht zu erhöhen)
  • Kennenlernen der Anforderungen der Arbeitswelt und Erwerb von Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Verantwortung etc.
  • Stärkung der sozialen und kommunikativen Kompetenz: Umgang mit Vorgesetzten, Kolleg/innen, Kund/innen, Erlernen von Teamfähigkeit etc.
  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung: Möglichkeiten zum Erlangen von Erfolg und Anerkennung sowie zur Bewältigung von Misserfolgen
  • Forcierung der Kontakte zur Wirtschaft und potentiellen späteren Arbeitgebern
  • Berufshinwendung und Berufserprobung
  • Erfahren/Erleben von Erwerbstätigkeit

SCHULEN MIT PFLICHTPRAKTIUM


TECHNISCHE, GEWERBLICHE UND KUNSTGEWERBLICHE SCHULEN

Höhere technische Lehranstalt

An einer Höheren technischen Lehranstalt ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Mindestens 8 Wochen in der unterrichtsfreien Zeit vor Eintritt in den V. Jahrgang.

Fachschule

An einer technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Fachschule ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Mindestens 4 Wochen in der unterrichtsfreien Zeit vor Eintritt in die 4 Klasse.

Kolleg für …

An technischen Kollegs für … sind ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Mindestens 8 Wochen in der unterrichtsfreien Zeit.


KAUFMÄNNISCHE SCHULEN

In den Lehrplänen der Handelsschule, der Handelsakademie, dem Aufbaulehrgang und dem Kolleg ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verankert. Es dient der Ergänzung und Vertiefung der in den Unterrichtsgegenständen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in einem Unternehmen oder einer Organisation.

Handelsakademie: in der unterrichtsfreien Zeit, 300 Arbeitsstunden zwischen II. und V. Jahrgang

Handelsschule: in der unterrichtsfreien Zeit, 150 Arbeitsstunden zwischen II. und III. Jahrgang

Aufbaulehrgang: in der unterrichtsfreien Zeit, 150 Arbeitsstunden zwischen I. und III. Jahrgang

Kolleg: in der unterrichtsfreien Zeit, 150 Arbeitsstunden zwischen 1. und 4. Semester


SCHULEN FÜR MODE UND BEKLEIDUNGSTECHNIK SOWIE FÜR KÜNSTLERISCHE GESTALTUNG

Höhere Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik

An einer Höheren Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 4 Wochen zwischen dem III. und IV. Jahrgang bzw. zwischen IV. und V. Jahrgang.

Fachschule für Mode und Bekleidungstechnik

An einer Fachschule für Mode und Bekleidungstechnik ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 4 Wochen zwischen der 2. und 3. Klasse.


SCHULEN FÜR TOURISMUS

Höhere Lehranstalt für Tourismus

An einer Höheren Lehranstalt für Tourismus ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Insgesamt 8 Monate vor Eintritt in den V. Jahrgang.

Hotelfachschule

An einer Hotelfachschule ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 24 Wochen vor Eintritt in die 3. Klasse.

Tourismusfachschule

An einer Tourismusfachschule ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan vorgesehen.
Pflichtpraktikum: 16 Wochen vor Eintritt in die 3. Klasse.

Aufbaulehrgang für Tourismus

In einem Aufbaulehrgang für Tourismus ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Insgesamt 4 Monate vor Eintritt in den III. Jahrgang.

Kolleg für Tourismus

In einem Kolleg für Tourismus ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Insgesamt 12 Wochen vor Eintritt in das 3. Semester.


SCHULEN FÜR WIRTSCHAFTLICHE BERUFE

Höhere Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe

An einer Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan vorgesehen.
Pflichtpraktikum: 12 Wochen zwischen dem III. und IV. Jahrgang.

Fachschule für wirtschaftliche Berufe

An einer Fachschule für wirtschaftliche Berufe ist kein Pflichtpraktikum vorgesehen. Stattdessen können die Schüler/innen ein „Fakultatives Praktikum“ (= freigestellt) absolvieren.
Fakultatives Praktikum: Mindestens 4 Wochen zwischen der 2. und 3. Klasse.

Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe

In einem Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe ist kein Pflichtpraktikum vorgesehen. Stattdessen können die Schüler/innen ein „Fakultatives Praktikum“ (= freigestellt) absolvieren.
Fakultatives Praktikum: Insgesamt 12 Wochen vor Eintritt in den III. Jahrgang.

Kolleg für wirtschaftliche Berufe

An einem Kolleg für wirtschaftliche Berufe ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 8 Wochen zwischen 2. und 3. Semester.


SCHULEN FÜR SOZIALBERUFE

Fachschule für Altendienste und Pflegehilfe
Fachschule für Altendienste und Pflegehilfe für Berufstätige
Fachschule für Familienhilfe und Pflegehilfe für Berufstätige
Schule für Sozialbetreuungsberufe

In den genannten Fachschulen (auch für Berufstätige) ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 1.200 Stunden.

Fachschule für Familienhilfe und Pflegehilfe

In einer Fachschule für Familienhilfe und Pflegehilfe ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 1.700 Stunden.

Fachschule für Sozialberufe

An einer Fachschule für Sozialberufe ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Je 12 Stunden innerhalb der letzten beiden Jahre.

Schule für Sozialbetreuungsberufe

An einer Schule für Sozialbetreuungsberufe ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum (Fachniveau): 2 unterschiedliche Praktika mit je mindestens 120 Stunden.
Pflichtpraktikum (Diplomniveau): 3 unterschiedliche Praktika mit je 120 Stunden.


LAND- UND FORSTWIRTSCHAFTLICHE SCHULEN

Höhere Lehranstalt für Landwirtschaft
Höhere Lehranstalt für Wein- und Obstbau
Höhere Lehranstalt für Landtechnik
Höhere Lehranstalt für Land- und Ernährungswirtschaft

An den genannten Höheren Lehranstalten ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Abschnitt I: 4 Wochen zwischen dem II. und III. Jahrgang. Abschnitt II: 14 Wochen zwischen dem III. und IV. Jahrgang. Abschnitt III: 4 Wochen zwischen dem IV. und V. Jahrgang.

Höhere Lehranstalt für Garten- und Landschaftsgestaltung
Höhere Lehranstalt für Gartenbau

An den genannten Höheren Lehranstalten ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Abschnitt I: 6 Wochen zwischen dem II. und III. Jahrgang. Abschnitt II: 10 Wochen zwischen dem III. und IV. Jahrgang. Abschnitt III: 6 Wochen zwischen dem IV. und V. Jahrgang.

Höhere Lehranstalt für Forstwirtschaft

An einer Höheren Lehranstalt für Forstwirtschaft ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Abschnitt I: 4 Wochen zwischen dem II. und III. Jahrgang. Abschnitt II: 10 Wochen zwischen dem III. und IV. Jahrgang. Abschnitt III: 4 Wochen zwischen dem IV. und V. Jahrgang.

Höhere Lehranstalt für Lebensmittel- und Biotechnologie

An einer Höheren Lehranstalt für Lebensmittel- und Biotechnologie ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: Abschnitt I: 4 Wochen zwischen dem II. und III. Jahrgang. Abschnitt II: 8 Wochen zwischen dem III. und IV. Jahrgang. Abschnitt III: 8 Wochen zwischen dem IV. und V. Jahrgang.


BILDUNGSANSTALTEN

Bildungsanstalt für Elementarpädagogik
Bildungsanstalt für Sozialpädagogik

Bei den oben angeführten Bildungsanstalten ist ein Pflichtpraktikum im Lehrplan verordnet.
Pflichtpraktikum: 8 Wochen, auf die einzelnen Klassen laut Lehrplan verteilt. Dazu 3 Wochen Ferialpraktikum in der 3. Klasse und 3 Wochen Ferialpraktikum in der 4. Klasse.


INTERESSANTE LINKS

Pflichtpraktikum – Broschüre der Arbeiterkammer